365round

Sex, Drugs und Rock'n Roll

April 18, New York City, New York, USA

with 2 comments

Na? Neidisch? Könnt ihr sein. New York City ist der Hammer. Es ist schwer zu beschreiben, da ich eine Beschreibung vermutlich danach aufbauen würde, welche europäischen und amerikanischen Großstädte ähnlich aussehen und eine endlose Liste aufführen müsste. New York hat von allem etwas, doch wenn ich spontan zwei Städte nennen müsste, an die es mich am meisten erinnert wären das wohl Berlin und Amsterdam, allerdings in völlig abgefahrenen Dimensionen, die man sich wirklich nur schwer vorstellen kann. Für alle die, die jetzt einen langen Reisebericht erwarten: Da muss ich euch leider enttäuschen. Ich bin noch in der Stadt und hab hier so viel gesehen, dass ich mir definitiv ein paar Tage Zeit nehmen möchte um meine Erlebnisse zu verarbeiten.

Merkwürdig, was? Da flieg ich nach New York um einen entspannenden Urlaub zu verbringen und Gedankengänge abzuschließen und werde nur von noch mehr Reizen überflutet. Naja, ich hätte es eigentlich wissen müssen… Wenn ihr einen ausführlichen Bericht wollt schreibt mir einfach ne E-Mail, oder schaut, ob ihr mich im Skype erwischt! Muss jetzt los. Diesmal nicht zur Vorlesung, sondern zur Freiheitsstatue.

Written by round365

April 18, 2011 at 2:21 pm

Posted in Uncategorized

April 8, Seattle, Washington, USA

with 3 comments

Der Frühling ist angekommen. Nachdem ich gestern noch recht unflätig über das Wetter in Seattle geflucht habe, konnte ich heute die Kirschbäume auf dem Campus in voller Pracht genießen. Dazu gab es fetttriefende Burger und Fritten und eine nette Zeit mit meinen australischen Freunden, die leider übermorgen abreisen. Dieses Wochenende wird mal wieder anstrengend. Wie schon im letzten Post erwähnt, werde ich in nächster Zeit wohl ein bisschen arbeiten müssen um meinen New York Trip nächste Woche auch akademisch unbeschadet zu überstehen. Aristoteles ich komme… Und ja, Mama, ich lese die großen Philosophen der Menschheitsgeschichte natürlich im amerikanischen Original.

Nebenbei noch: Ich schreibe hier nicht über Geheimnisse, also bitte leitet den Link an alle Menschen weiter, von denen ihr glaubt, dass sie an meinen Ergüssen interessiert sein könnten.

Written by round365

April 8, 2011 at 10:12 pm

Posted in Uncategorized

April 5, Seattle, Washington, USA

with one comment

10 Wochen Wahnsinn. So könnte man das Quarter System an amerikanischen Hochschulen beschreiben. Ich belege drei Kurse, lese 400-500 Seiten die Woche (darunter Schmankerl wie Aristoteles), schreibe mindestens 30 Seiten Essay und nehme in regelmäßigen Abständen an Klausuren teil, die abfragen, ob ich auch wirklich an den 400-500 Seiten gescheitert bin, oder wider Erwarten meine komplette Freizeit dem Bildungssystem geopfert habe. Nur zur Erinnerung: Dies ist meine drittes Quarter in der Intensität und ich laufe auf meinen Energiereserven. Einheimische Studenten machen das 4 Jahre lang mit und arbeiten nebenbei Vollzeit um über die Runden zu kommen. Sommerferien = Fehlanzeige, da macht man Praktika um sich für den Wahnsinn nach dem Studium zu qualifizieren. Falls ihr, liebe Leser, noch darüber nachdenkt warum es an amerikanischen Universitäten wohl ab und an zu Amokläufen kommt – ich denke der begrenzt erträgliche soziale Druck ist eher dafür verantwortlich als lockere Waffengesetze.

Während ich also ein Buch über den unmenschlichen, amerikanischen Arbeitsmarkt für einen Kurs lese, fällt mir nicht zum ersten Mal auf, dass ich schon mittendrin bin. Leider ist das eine Verbindung zur realen Welt die in Kursen an der University of Washington nicht geknüpft wird. Wahrscheinlich haben meine Kommilitonen einfach zu wenig Zeit dazu. Stattdessen lesen sie über demokratischen Despotismus, nicken, kommentieren und hoffen, dass sie durch eifrige Kopfbewegungen eine gute Beteiligungsnote bekommen, da sie sonst auf den gnadenlosen Müllhaufen der Gesellschaft geworfen werden und für 7 Dollar die Stunde ohne Rechte knechten dürfen. Da ich natürlich gescheite Noten mit nach Hause nehmen will mache ich fleißig mit. Eine Lehre habe ich allerdings aus meiner Zeit hier gezogen: Uns in Deutschland geht es vergleichsweise gut und es ist wichtig, dass wir, Studenten, Eltern und Sympathisanten dafür sorgen, dass dieser Wahnsinn bei uns nicht Fuß fasst, auch wenn er bereits weit auf dem Vormarsch ist (siehe Bachelor/Master und Exzellenzinitiative).

Tut mir auch leid, wenn mein heutiger Beitrag kein entspannter Reisebericht ist, aber ich bin ja nicht zum Vergnügen hier, jedenfalls nicht nur. Nebenbei bin ich mal wieder umgezogen und nächste Woche werde ich ein bisschen schwänzen und nach New York fliegen. Im Gepäck: 400-500 Seiten und eine Menge Stoff für Reflektion.

Jetzt muss ich leider los – zur Vorlesung.

Written by round365

April 5, 2011 at 9:28 pm

Posted in Uncategorized

March 25, Seattle, Washington, USA

leave a comment »

Da bin ich wieder. Ging schnell, oder? Ich hab mir überlegt, dass es vielleicht sinnvoll ist schnell einen zweiten Post nachzulegen, damit ich das Gefühl habe das Blog wäre ein laufendes Projekt oder so. Gewöhnt euch nicht dran, Montag geht die Uni wieder los. Doch davon möchte ich heute (hoffentlich verständlicherweise) nicht schreiben. Stattdessen werde ich versuchen euch rudimentär mit den Freuden eines Great American Roadtrips bekannt zu machen.

Stellt euch vor, es wäre 4.30 Uhr morgens. Ihr seid gerade von der improvisierten Luftmatratze hochgewankt und habt euch zwei Tassen Kaffee eingeschüttet um halbwegs laufen zu können. Danach verputzt ihr noch schnell eine Scheibe Brot das so pappig ist wie der Geschmack den ihr eh schon im Mund habt und so weiß wie der Schnee, durch den ihr in wenigen Minuten fahren werdet. Doch halt. Ihr seid natürlich nicht in Duisburg oder Oberhausen oder weiß der Kukuck wo, ihr seid in Salt Lake City und zwischen euch und eurem warmen Bett liegen 14 Stunden Autofahrt, vier US-amerikanische Bundesstaaten (Utah, Idaho, Oregon, Washington) und bis zu 1600 km, je nachdem welche Route ihr fahrt. Ich empfehle Google Maps um mal zu schauen auf was ich mich da eingelassen habe. Glücklicherweise ist euer Kumpel ein waschechter Amerikaner, der in jedem Wetter sicher zu fahren scheint und euch schon den Beginn der Reise mit herrlich kitschigem und merkwürdig passender Country-Rock Musik unterlegt, die ihn vermutlich so sentimental werden lässt wie uns nur “die Wuast aufm Grill am Rhein Heane Kanaal”.

Ich wage mal zu behaupten, dass es wirklich ein unvergleichliches Erlebnis ist, wenn man sich frühmorgens mit einem Menschen der auf der anderen Seite der Welt aufgewachsen ist darüber unterhält, dass es merkwürdiger ist morgens von daheim wegzufahren als abends. Und Frühstück bei McDonalds in einem Kaff in Idaho ist halb eklig, halb lustig und auf jeden Fall eine Erfahrung. Außerdem verband meinen Kumpel und mich ein weiteres absurdes Hobby, was nicht auf meinen Mist gewachsen ist. Es gibt in Utah, wo Matt groß geworden ist, keine Lotterie, weshalb jede Tankstelle auf der Reise zum Vergnügungspark wurde. Rubbellose für einen Dollar sind die beste Erfindung seit der Urmutter aller wichtigen Erfindungen: dem Kaffeebecherhalter im Auto. Leider verliere ich immer. Matt behauptet, dass mir einfach das Talent zum Lottospielen fehlt, ich finde diese Einschätzung der Lage reichlich zweifelhaft und gehe davon aus, dass die Lose gegen Ausländer gezinkt sind, selbst wenn sie ein Visum haben. Ist mir aber auch reichlich egal, da IHR meine Rubbellose ja eh großzügig durch eure Steuern finanziert.

Ansonsten bleibt mir noch übrig euch Bilder anzuhängen, die vermutlich die Grundstimmung darstellen können, aber keinesfalls ausreichend sind. So etwas muss man erlebt haben. Natürlich fehlt bei meinem Roadtrip auch der stilvolle Ausklang nicht. Unten im Kühlschrank wartet ein Bier. Prost!

Written by round365

March 26, 2011 at 4:57 am

Posted in Uncategorized

March 23, Salt Lake City, Utah, USA

leave a comment »

Liebe Freundinnen und Freunde des gepflegten Reiseblogs!

Ich habe mir nun auch ein Blog zugelegt. Viele meiner Kommilitonen haben in den Weihnachtsferien, oder sogar schon vor ihrem ersten Quarter/Semester in den USA, mit ihren Blogs angefangen – ich bleibe mir selbst treu und zünde mein literarisches Feuerwerk spät. Als Vorwarnung: Die meisten anderen Blogs werden hauptsächlich in den Ferien aktualisiert, also so gut wie nie. Ich kann mir ne Menge vornehmen wenn der Tag lang ist, aber unterm Strich werde ich wohl Uni, soziale Events und Computerspiele jederzeit der Erstellung eines Blogeintrags vorziehen, weshalb ihr wegen meiner Ergüsse nicht euren aktuellen Lieblingskrimi in den Mülleimer werfen solltet.

Momentan befinde ich mich in Salt Lake City, Utah, wo ich mit meinem Kumpel Matt, der hier geboren und aufgewachsen ist, eine entspannte Zeit verbringe. Matt ist übrigens kein Mormone, sondern ein ungläubiger Katholik der sich der LGBTQ Bewegung zurechnet. Für alle von euch die in ihrer Unizeit nicht das Vergnügen hatten einen Gender (Geschlecht im sozialen Sinne) Kurs zu belegen: LGBTQ steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Queer. Ich denke ihr versteht was gemeint ist – und ihr versteht natürlich gar nichts, weil es alles viel, viel komplizierter ist als es scheint, vor allem in den USA, wo sexuelle Identität UN-HEIM-LICH wichtig ist und man sehr schnell danach gefragt wird welche Fahne man schwenkt, bzw. an welchem Ufer man nackt badet.

Durch diese recht unverhoffte Bekanntschaft habe ich die Möglichkeit eine Riesenstadt mit religiösem Zentrum aus einer Insiderperspektive kennenzulernen. Eine Reise nach meinem Geschmack. Salt Lake City ist riesig. Als wir des Nachts in das Tal der Mormonen einfuhren, dachte ich, ich wäre in einer seltsamen Mischung aus LA und San Francisco gelandet, da sich die Stadt im Prinzip über das ganze Tal erstreckt und mit einer gigantischen Wassermasse gesegnet ist – dem Großen Salzsee. Auch wenn ihr die Vergleiche vielleicht nicht nachvollziehen könnt, weil ihr noch nie in SF oder LA wart (mich hats selbst noch nie in den Moloch der Moloche verschlagen), kann man es damit zusammenfassen, dass SLC kein verschlafenes Mormonenkaff an einem kleinen Tümpel, sondern eine pulsierende, vielfältige (LGBTQ!!!) Metropole ist. Um es in drei Wörtern zusammenzufassen: Salzsee, Suburbs, Berge.

Gestern hätten die Mormonen mich beinahe für ihre noble Sache gewonnen, als ich nichtsahnend das Besucherzentrum ihres Tempels betrat. Ich hätte es wissen müssen. Ich hatte mich keine drei Minuten an herrlich kitschiger Mormonenpropaganda ergötzt, als schon zwei charmante, aber dadurch nicht weniger lästige Schwestern (ja, die nennen sich wirklich selbst Schwester sowieso) einen Angriff auf meine spirituelle Identität wagten. Meine Möglichkeiten zur Selbstidentifikation wurden sofort auf “friend” oder “brother” eingeschränkt und bevor ich noch so etwas wie “partially amused agnostic” murmeln konnte wurde ich schon auf das coole Taufbecken im Tempelquerschnitt aufmerksam gemacht. Letzter Kommentar zur Sekte: Das Bürogebäude der Mormonen sieht aus wie ein Penis. HAHAHAHAHAHAHA!!!

So, das wars dann auch für heute Mittag. Muss gleich mal los, wenn ich noch etwas vom wunderbaren Sonnenschein in Salt Lake genießen will und werde versuchen den Mormonen heute zu entgehen, indem ich mich hauptsächlich in der Shopping Mall aufhalte. Ob das gut geht, ob ich es heile mit dem Auto (ja, ich bin ein Viertel der Strecke hierhin selbst gefahren) zurück nach Seattle schaffe, wie es mir ansonsten so geht und warum dieser Blog so heißt wie er heißt erfahrt ihr vielleicht in der nächsten Ausgabe, wann auch immer die erscheinen mag.

Written by round365

March 23, 2011 at 8:45 pm

Posted in Uncategorized